Historie

Der Botaniker Prof. Dr. Hermann Ambronn, damaliger Leiter der Abteilung Mikroskopie der Firma Zeiss, beginnt schon vor 1900 mit der Sammlung von Mikroskopen. Aufgrund seiner Position war es ihm möglich, neue Zeiss-Geräte gegen historische Mikroskope von Universitäten einzutauschen. Somit entstand in kurzer Zeit eine lückenlose Sammlung von Mikroskopen der vergangenen 200 Jahre. Ab 1907 übernimmt Dr. Henry Siedentopf die Leitung der Mikroskopieabteilung bei Zeiss und wird zu einem weiteren wichtigen Sammler optischer Instrumente. Im April 1922 beriet sich die Verwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung. Dr. Otto Schott regte an, eine allgemeine historische Sammlung für Optik und Glasfabrikation zu schaffen. Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung.

Daraufhin wurde im Sommer 1922 das Optische Museum gegründet, dessen Sammlung nun teilweise im Oberlichtsaal des Volkshauses untergebracht wurde. Zusätzlich zu den schon vorhandenen Exponaten, gehörten auch Schenkungen des Ophthalmologen Richard Greeff zum Bestand des neu geschaffenen Museums.

1924 wurde die komplette Greeff`sche Sammlung angekauft, inklusive aller Brillen, Bücher und Schränke. Noch im gleichen Jahr zog die Sammlung in das neu errichtete Gebäude am Carl-Zeiss-Platz 12 ein. Dieses beherbergte fortan die Staatliche Augenoptikerschule Jena und  im 2. Obergeschoss die Sammlung des Museums.

1939 wurde mit dem Dresdner Augenarzt Prof. Dr.-med. Albert von Pflugk ein Vertrag über den Ankauf seiner Sammlung geschlossen. Diese beinhaltete 1678 Objekte vor allem Brillen, Grafiken und Münzen.

Mit den Brillensammlungen von Greeff und von Pflugk erhielt das Optische Museum Jena einen umfangreichen und außergewöhnlichen Bestand von Sehhilfen aus fünf Jahrhunderten. Zeitgleich wurden seit 1920 bis 1941 die Sammlungen durch regen Ankauf, Tausch und Schenkung weiter vervollständigt. Partner waren hierbei Objektverwalter, Sammler, Optiker und Privatpersonen.

Während der Kriegsjahre wurden die Sammlungen in einem unterirdische Gewölbe bei Rothenstein sichergestellt. Erst im August des Jahres 1965 konnten die Sammlungen öffentlich im Griesbachhaus präsentiert werden. Seit 1976 beherbergt der Großteil des Gebäudes der ehemaligen Optikerschule wieder die gesamten Sammlungen. Von den ehemaligen Kuratorinnen und Kuratoren des Optischen Museums wurden stetig die Sammlungen weiter ausgebaut und bis heute wird dieses Erbe sorgfältig fortgeführt.